Phenolische Formmassenwerden aufgrund von Unterschieden in den Entstehungsprozessen in zwei Typen unterteilt:
Formmassen für die Kompressionsformung: Diese werden durch Kompressionsformen hergestellt, wobei das Material in eine Form gegeben und unter hohem Druck und hoher Temperatur (typischerweise 150–180 °C, 10–50 MPa) ausgehärtet wird. Sie eignen sich für die Fertigung komplexer Formen, Bauteile mit hohen Anforderungen an die Maßgenauigkeit oder große, dickwandige Teile wie z. B. Isolierhalterungen in elektrischen Geräten und hitzebeständige Komponenten an Automobilmotoren. Dank gleichmäßiger Füllstoffverteilung bieten sie eine hohe mechanische Festigkeit und Temperaturbeständigkeit. Sie werden häufig für industrielle Bauteile im mittleren bis gehobenen Preissegment eingesetzt und stellen den traditionellen Standard dar.
Spritzgießmassen: Diese speziell für Spritzgießverfahren entwickelten Materialien zeichnen sich durch hervorragende Fließeigenschaften aus. Sie füllen Formen schnell und härten in Spritzgießmaschinen aus, was eine hohe Produktionseffizienz und Automatisierung ermöglicht. Ideal für die Massenproduktion kleiner bis mittelgroßer Bauteile mit relativ regelmäßigen Strukturen, wie z. B. Schalterblenden für Haushaltsgeräte, elektronische Steckverbinder für die Automobilindustrie und kleine elektrische Isolatoren. Dank der zunehmenden Verbreitung des Spritzgießens und des optimierten Materialflusses wächst der Marktanteil dieser Produktkategorie stetig und deckt insbesondere den Bedarf an Massenproduktion für Konsumgüter ab.
Anwendungsbereiche: Kernimplementierungsszenarien fürPhenolische Formmassen
Die nachgelagerten Anwendungen von Phenolformmassen konzentrieren sich stark auf die industrielle Fertigung und lassen sich in vier verschiedene Sektoren unterteilen:
Elektrische/Elektronische Geräte: Der Hauptanwendungsbereich umfasst Isolier- und Strukturbauteile für Motoren, Transformatoren, Leistungsschalter, Relais und ähnliche Geräte. Beispiele hierfür sind Motorkommutatoren, Transformator-Isolierkerne und Leistungsschalterklemmen. Phenolharz-Formteile gewährleisten dank ihrer hohen Isolations- und Hitzebeständigkeit den sicheren Betrieb elektrischer Geräte unter Hochspannungs- und Hochtemperaturbedingungen und verhindern Kurzschlüsse durch Isolationsfehler. Formgepresste Kunststoffe werden vorwiegend für kritische Isolationsbauteile eingesetzt, während spritzgegossene Kunststoffe für die Massenproduktion kleiner elektronischer Bauteile geeignet sind.
Automobilindustrie: Einsatz in hitzebeständigen Bauteilen für Motorperipheriegeräte, elektrische Systeme und Fahrgestelle, wie z. B. Zylinderkopfdichtungen, Zündspulengehäuse, Sensorhalterungen und Bremskomponenten. Diese Bauteile müssen dauerhaft hohen Motortemperaturen (120–180 °C) sowie Vibrationen und Stößen standhalten. Phenolharz-Formteile erfüllen diese Anforderungen dank ihrer hohen Temperaturbeständigkeit, Ölbeständigkeit und mechanischen Festigkeit und sind gleichzeitig leichter als Metalle, wodurch Fahrzeugmasse und Kraftstoffverbrauch reduziert werden. Kompressionsgeformte Kunststoffe eignen sich für hitzebeständige Kernkomponenten des Motors, während spritzgegossene Kunststoffe für kleine bis mittelgroße elektrische Bauteile verwendet werden.
Haushaltsgeräte: Geeignet für hitzebeständige Struktur- und Funktionsbauteile in Geräten wie Reiskochern, Elektroöfen, Mikrowellen und Waschmaschinen. Beispiele hierfür sind Halterungen für den Innentopf von Reiskochern, Befestigungen für Heizelemente von Elektroöfen, Türisolierungen von Mikrowellen und Motorendkappen von Waschmaschinen. Gerätekomponenten müssen im täglichen Gebrauch mittleren bis hohen Temperaturen (80–150 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit standhalten. Phenolharz-Spritzgusskunststoffe bieten deutliche Vorteile hinsichtlich Temperaturbeständigkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit und Wirtschaftlichkeit. Aufgrund ihrer hohen Produktionseffizienz haben sich Spritzgusskunststoffe in der Haushaltsgeräteindustrie als Standard etabliert.
Weitere Anwendungsgebiete:Phenolharz-FormkunststoffeSie werden auch in der Luft- und Raumfahrt (z. B. für kleine Isolierteile in Bordgeräten), in Medizinprodukten (z. B. für Hochtemperatur-Sterilisationskomponenten) und in Industriearmaturen (z. B. für Ventilsitzdichtungen) eingesetzt. So müssen beispielsweise Hochtemperatur-Sterilisationsschalen in Medizinprodukten einer Sterilisation mit 121 °C Hochdruckdampf standhalten. Phenolharz-Formteile erfüllen hierbei sowohl die Anforderungen an Temperaturbeständigkeit als auch an Hygiene. Industrielle Ventilsitzdichtungen müssen beständig gegen Medienkorrosion und spezifische Temperaturen sein, was ihre Anpassungsfähigkeit an vielfältige Anwendungen unterstreicht.
Veröffentlichungsdatum: 28. Januar 2026

